Letzter Gottesdienst in Schierstein

Es war ein Abschlussgottesdienst in zweierlei Hinsicht, den Apostel Opdenplatz am 30. Dezember in Wiesbaden–Schierstein hielt. Es war nicht nur der letzte Gottesdient in diesem Jahr, sondern der letzte Gottesdienst, den die Schiersteiner in ihrer Gemeinde feierten.

Das alte Kirchenbuch war in den Blumenschmuck eingearbeitet, der an diesem Tag vorwiegend aus roten Rosen bestand — ein äußeres Zeichen der Liebe und Verbundenheit der Schiersteiner zu ihrer Gemeinde. Bei aller Traurigkeit, die einem solchen Moment innewohnt, stand dennoch die Dankbarkeit im Vordergrund: Dankbarkeit für jede in der Gemeinde Schierstein erlebte Segensstunde und für alles, was die Gemeinde ausgemacht hat.
„Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.“ Dieses Textwort aus Offenbarung 3,8 legte Apostel Opdenplatz dem Gottesdienst zugrunde. Die Aufforderung „Siehe“ nahm er dabei zum Anlass, auf die 82jährige Geschichte der Gemeinde Schierstein zurückzublicken. Diesen Rückblick rahmte er mit einem Gedicht ein:

Dankbarer Rückblick, alles war Gnade.
Mutiger Ausblick auf kommende Tage
Köstlicher Einblick in göttliches Walten.
Herrlicher Weitblick: Krone erhalten.
Im Rückblick könne man leicht nur die Sorgen und schweren Stunden sehen, führte der Apostel aus und zeigte eine andere Perspektive auf, indem er auf die zahlreichen Segensstunden hinwies, die in der Vergangenheit in der Gemeinde stattgefunden haben: Alles war Gnade. Er empfahl, in die Vergangenheit mit Dankbarkeit und in die Zukunft mit Mut zu blicken. Wir können mutig nach vorne blicken, da wir mit unserem Herrn in die Zukunft gehen. „Die Krone zu erhalten ist unser Ziel“, so der Apostel. Dies beinhalte zwei Voraussetzungen, nämlich den Glauben zu halten und einander festzuhalten.

Im Anschluss ging der Apostel näher auf das Textwort ein. Die Vorstellung, dass der Herr alle Werke kenne, bedeute, dass er alle Worte, Gedanken, auch alle Unterlassungen kenne. Aber er wisse auch, was wir alles aus Liebe getan haben. Der Gemeindechronik ließe sich entnehmen, dass bereits der Vorsteher die Werke seiner Geschwister kenne. Das Wissen Gottes um unsere Werke zeige, dass es sich lohnt, in Gottes Werk mitzuarbeiten. Mit Bezug auf die im Textwort beschriebenen Türen stellte der Apostel heraus, dass sich einige Türen öffnen, aber das Hindurchgehen bei uns selbst liege. Dies gelte auch für die Tür, die sich nun in die Gemeinde Wiesbaden öffne. Er wünschte der Gemeinde, dass sie all ihre Liebe und Wärme mitnähme, um sich damit in die neue Gemeinde einzubringen. So hatte eine Schiersteiner Schwester ihren Blick auf die zukünftige Situation der Gemeinde beschrieben.
Für den Übergang in die Gemeinde Wiesbaden hatte der Apostel ein Wort erbeten, das er den Geschwistern nun vorstellte: Lasst uns darauf Acht haben und danach trachten, den HERRN zu erkennen; denn er wird hervorbrechen wie die schöne Morgenröte und wird zu uns kommen wie ein Regen, wie ein Spätregen, der das Land feuchtet (Hos. 6,3).

Im seinem Mitdienen vertiefte der Vorsteher der Gemeinde, Evangelist Laux, den Gedanken der Dankbarkeit. Er verspüre Dankbarkeit für jede einzelne Segensstunde und für jede einzelne der anvertrauten Seelen. Zuvor hatte er die Chronik der Gemeinde verlesen, die Sie hier nachlesen können.

Seinen Dank kleidete der Evangelist in die Worte aus Phil. 1,3–6: „Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke - was ich allezeit tue in allen meinen Gebeten für euch alle, und ich tue das Gebet mit Freuden -, für eure Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bis heute; und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“ Er schloss sein Dienen mit dem 8. Vers: „Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt von Herzensgrund in Christus Jesus.“
Bischof Auner berichtete anschließend, dass er vor dem Gottesdienst noch in der Bibel gelesen habe. Sein Augenmerk war dabei auf 2. Tim. 2,19 gefallen: „Aber der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen“. Diese Aussage sei deckungsgleich mit dem Textwort des Gottesdienstes: „Ich kenne deine Werke“. Ein schöneres Wort könne man kaum erhalten, so der Bischof. Es sei an die Gemeinde in Philadelphia gerichtet, und Philadelphia bedeute übersetzt: ‚Brüderliche Liebe’.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls entband Apostel Opdenplatz Evangelist Laux von seiner Beauftrag als Vorsteher der Gemeinde und entwidmete im Schlussgebet das bisherige Kirchengebäude.

Gemeinsam mit dem bisherigen Vorsteher von Schierstein verabschiedete Bezirksevangelist Schuran die Geschwister — und hieß sie damit gleichzeitig in ihrer neuen Gemeinde Wiesbaden willkommen.


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